Ex-Prostituierte: "Ich brauchte jemanden, der an mich glaubt!"

Frau mit blauen Augen

Das Sozialunternehmen «KitePride», das Tabea und Matthias Oppliger seit 2014 leiten, bietet Frauen und Männern beim Ausstieg aus Prostitution und moderner Sklaverei einen sicheren Arbeitsplatz und eine 2. Chance. Oppligers erzählen die Geschichte von Luna und Noya.

Luna

Als Matthias vor ein paar Tagen am Mittagstisch mit unseren Mitarbeitenden saß, nahm Luna (Name geändert) neben ihm Platz. Nur Wochen zuvor war Luna noch wegen immensen Schulden in der Prostitution versklavt und kannte Männer fast ausnahmslos als Ausbeuter und Peiniger. In einer minutiös geplanten Befreiungsaktion konnten wir mit Hilfe eines Partners und unserem Team die Schulden tilgen und Luna in unserem Produktionsbetrieb (KitePride) in Tel Aviv vorübergehend anstellen und in Sicherheit bringen.

Nach 20 Jahren Schuldenfalle und Prostitution darf sich Luna auf eine neue Reise begeben! Der Weg ist nicht einfach und viele Hindernisse gilt es zu überwinden, aber mit steter, kontinuierlicher Begleitung ist es möglich!

Noya

Viele weitere Frauen und Männer haben ein neues Leben gestartet. Der dritte Ausbildungskurs im Rahmen unserer Initiative wurde erfolgreich abgeschlossen. Der vierte Kurs startet im Sommer. Unser Fachteam betreut gegenwärtig 30 Personen, die eine neue Arbeitsstelle gefunden haben oder inmitten der Arbeitssuche und -integration stehen.

Ein Beispiel ist Noya (Name geändert). Tabea erinnert sich genau an die erste Begegnung. Noya war scheu, mied jeden Augenkontakt und schaute immer nervös zur Seite. Sie hatte gerade den 13-wöchigen Ausbildungskurs abgeschlossen und wartete auf ein Follow-Up Gespräch mit unseren Sozialarbeiterinnen. Noya liebt Tiere und sie bewarb sich für einen Job in einem Tierheim. Leider erhielt sie beim ersten Vorstellungsgespräch eine Absage. 

Wir haben Noya eine zeitlich begrenzte Arbeitsstelle bei uns im Betrieb angeboten. Als sich das halbe Jahr bei KitePride dem Ende neigte, stand eine veränderte, viel selbstbewusstere Noya vor uns! Beim zweiten Vorstellungsgespräch erhielt sie den Job im Tierheim. Noya erzählte uns letzte Woche mit strahlenden Augen, dass sie dies ohne den Kurs und das halbe Jahr Anstellung bei KitePride nie geschafft hätte. Nun werden unsere Sozialarbeiterinnen Noya weiterhin mit Coaching begleiten um Integration in ihrem neuen Arbeitsumfeld zu gewährleisten.

Gemeinsam mit der israelischen Regierung und Deiner Hilfe wollen wir bis Ende 2023 gesamthaft 100 Menschen aus der Zwangsprostitution nachhaltig helfen ein neues Leben in Freiheit und Würde zu beginnen. Ihre Vergangenheit und Demütigungen lassen sich nicht einfach aus ihrem Leben löschen. Doch sie werden dabei von kompetenten und sehr motivierten Mitarbeiterinnen begleitet, unterstützt und gefördert. Schritt für Schritt, bis sie ihr Ziel erreicht haben.

Wahre Leiter zwingen niemanden, ihnen nachzufolgen, sie laden die Menschen dazu ein, sich gemeinsam auf eine Reise zu begeben. Charles S. Lauer

Aus gebrauchten, aber qualitativ hochwertigen Materialien wie Kitesurf-Segel, Yachtsegel, Fallschirme und Neoprenanzüge entwickelt und produziert das «Kitepride»-Unternehmen robuste, widerstandsfähige und ultraleichte Taschen und Rucksäcke.

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