Monika Hausammann
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Monika Hausammann

Monika Hausammann ist eine Schweizer Autorin aus Bern. Sie studierte Betriebswirtschaft in Frankreich und bildete sich später berufsbegleitend in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Marketing und Journalismus weiter. Bevor sie vor neun Jahren ins ländliche Frankreich übersiedelte, war sie als selbständige Kommunikations-Beraterin in der Schweiz tätig. Als Autorin bekannt geworden ist sie durch ihre unter dem Pseudonym Frank Jordan erscheinende Geheimdienst- und Polit-Thrillerreihe. Zuletzt veröffentlicht: "Ares- Kein Fall für Carl Brun". Texte von ihr erscheinen außerdem im Debattenmagazin "Schweizer Monat", in "factum" und in weiteren Publikationen.

Themenschwerpunkt

Thriller & Sachbuch

Alle Bücher von Monika Hausammann

Die große Verkehrung
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Ein Interview zum Buch «Die große Verkehrung»

Ihr Buch trägt den Titel «Die große Verkehrung». Was läuft denn gerade verkehrt?

Ich sehe da eine große und eine kleine Klammer. Die große ist jene, dass unsere abendländischen Zivilisationen wie wir sie kennen, auf der Tatsache gründet, dass ein Gott ist. Ein Schöpfer, ein Richter, ein Erlöser. Das ist die Quelle des unendlichen und unantastbaren Wertes des Individuums. Darauf gründet sich unser Rechtssystem, das Taten und nicht Menschen richtet (bzw. richten sollte). Und hier schließlich liegt Grund dafür, dass es immer in ein schreckliches Scheitern hineinführt, wenn der Mensch sich anmaßt, andere Menschen oder die ganze Menschheit mit seinen Ideen erlösen zu wollen. Diese große Klammer wird gerade in ihr Gegenteil verkehrt und der Name Gottes soll ein weiteres Mal mit allem, was das bedeutet, „der Mensch“ sein. Die „kleine Klammer“ ist das Konkret-Werden dieser Umkehrung im Zusammenleben der Menschen im Rahmen einer Gesellschaft: Wenn der Mensch sich anschickt, seine Rolle mit jener Gottes zu tauschen, dann muss er konsequenterweise auch die restlichen Gebote Gottes nicht nur abschaffen, sondern in ihr Gegenteil verkehren. Und genau dies ist die Richtung, in welcher der obrigkeitlich geförderte Zeitgeist die Menschen seit Jahren drängt.

Was braucht die Gesellschaft, damit sie in echter Freiheit leben kann?

Damit eine Gemeinschaft frei sein kann, sind meiner Meinung nach drei Dinge erforderlich: Erstens: Es gibt innerhalb einer Gesellschaft nur eine einzige gültige Gleichheit zwischen den Menschen: Die Gleichheit vor Gott, die sich im säkularen Staat in der Gleichheit vor dem Recht spiegelt. Mit der Organisation jeder anderen Form von Gleichheit, übertreten die Organisatoren ihr Hoheitsgebiet und regieren in die Unantastbarkeit des Individuums hinein. Dazu ist kein Mensch befugt. Zweitens braucht es Menschen, die dies verstehen und die Tatsache akzeptieren, dass die Freiheit ihres Tuns und Lassens nur die Vorderseite der Medaille ist. Die Rückseite ist die Verantwortung für die Konsequenzen jeder ihrer Entscheidungen und also ihres Handelns. Wer diese Verantwortung – und damit auch Schuld – nicht übernimmt und abschiebt auf andere oder die „Umstände“, der ist nicht frei im vollen Sinn, sondern ein Wesen, das einem Reiz-Reaktions-Schema unterliegt wie ein Tier – impuls- und instinktgetrieben. Damit ist man beim dritten Punkt, den es zu verstehen gilt: Eine Gesellschaft kann nie als „Kollektiv“ frei sein. Sie ist nur in dem Maß frei, wie der einzelne im obigen Sinn frei ist. Oder anders rum: Ist der Einzelne nicht frei im vollen Sinn persönlicher Verantwortlichkeit, ist es auch die Gesellschaft nicht. Gemessen an diesen Kriterien, sind wir heute keine sehr freie Gesellschaft mehr.

Wer sollte Ihr Buch lesen?

Jeder, der sieht oder auch nur ahnt, dass das Rad unserer freiheitlichen Gesellschaften sich immer langsamer dreht und oft ins Stocken gerät, dass der Schwung, von dem wir alle zurzeit noch profitieren, ein Restschwung ist, während der Motor, der alles antrieb und in Gang hielt längst nicht mehr läuft. Wer sich für diesen Motor einer echt freiheitlichen Ordnung interessiert, wer wissen will, welcher Kraftstoff ihn antreibt und welches Öl in reibungslos laufen lässt, wer furchtlos und froh leben und sterben will, der findet in dem Buch hoffentlich den einen oder anderen Gedankenanstoß.