Ich wähle die Freiheit



Ich wähle die Freiheit

Wie ich Zwangsehe und Unterdrückung überlebte und neue Hoffnung fand

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Beschreibung

Wenn vom Irak die Rede ist, geht es um Krieg, um Islamismus, Terror und Hass. Es scheint so, als gäbe es dort nur Männer. Die Frauen sind unsichtbar. Frauenrechte gibt es nicht. Frauen sind nicht etwa Bürger zweiter Klasse - nein, sie sind nicht besser gestellt als Haustiere.

Auch Chalat Saeed war eine dieser unsichtbaren und unterdrückten Frauen. Mit 10 Jahren nahmen ihre Brüder sie aus der Schule, mit 14 wurde sie mit einem deutlich älteren Mann verheiratet, einem radikalen Muslim mit Verbindungen zum IS, der sie einsperrte und misshandelte. Sich von ihm zu trennen war undenkbar, schon weil er dann das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder bekommen hätte.

Doch die ganze Zeit ahnte Chalat, dass es ein anderes Leben geben muss, eines, in dem Frauen frei sind, ihre Träume zu verwirklichen. Und dass es einen Gott geben muss, in dessen Namen nicht zu Gewalt gegen Frauen und zum Terror aufgerufen wird. Und dann, eines Tages, eröffnet sich unverhofft ein Weg in dieses andere Leben ...

Dies ist ihre Geschichte.
  • Artikel-Nr. 835238
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  • ISBN/EAN: 9783863342388
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  • Erschienen/Erfasst: 17-07-2019
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  • Auflage: 1
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  • Seiten: 304
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  • Sprache: Deutsch
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  • Einband: gebunden
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  • Verlag: adeo Verlag/Gerth Medien
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  • Versandgewicht: 517 g
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  • Abmessung: 144 x 219 x 29 mm

Leseprobe

 

Rezensionen

Anzahl der Bewertungen: 2 | Durchschnittliche Bewertung: 4

30.09.2019

Dramatisch und erschütternd - bis zuletzt

Das Buch beginnt dramatisch, mit der Verhaftung von Chalats Mann, als er wieder einmal gewalttätig geworden war. Die Szene spielt aber bereits in Deutschland und befreit die Verfasserin definitiv vom Terror-Regime ihres Mannes. "Er wird nicht zurückkommen", versichert ihr die Polizei.
Nach dieser bühnenreifen Einleitung geht es in den Irak, nach Sulaimaniyya, wo Chalat aufgewachsen ist. Erstaunlich detailgetreu und emotionslos schildert sie ihre Kindheit. Ihr Vater war schon früh gestorben, ihre vier Brüder hatten das Zepter übernommen und regierten mit der in ihrer Kultur üblichen Härte gegenüber Frauen. Von Liebe keine Spur. Chalat hatte keine Chance, sich zu wehren und war der Willkür der vier Männer hilflos ausgeliefert. Was uns im Westen völlig unverständlich erscheint, war für sie "normal". Sie fügte sich, so war das Leben unter Kurden halt, man war sich nichts anderes gewöhnt.
Beim Lesen dieses Buches hat mich am meisten erschüttert, wie lieblos Menschen miteinander umgehen können – und das im Namen Allahs. Chalats Mann ist ein Islamist, Anhänger der militantesten Richtung des Islam. Sein Machogehabe ist manchmal kaum auszuhalten. Man wähnt sich 1000 Jahren zurückversetzt – dabei schildert das Buch die Machtverhältnisse bei strenggläubigen Muslimen im 21. Jahrhundert. Sobald ein Mädchen im heiratsfähigen Alter ist, bestimmt die eigene Familie, wen sie heiraten muss, ohne dass sie selber auch nur den geringsten Einfluss hat. Mädchen werden von klein auf zu strengem Gehorsam erzogen. Frau sein heisst für sie: kochen, den Haushalt besorgen und Kinder grossziehen. Mit der Hochzeit – noch im Teenageralter – wird sie Eigentum des Mannes, er verfügt nach Belieben über sie. Sie lebt wie in einem Gefängnis. Er bestimmt, ob sie das Haus verlassen darf. Bei "Ungehorsam" wurde Chalat brutal geschlagen, einmal sogar spitalreif, mit einer gebrochenen Nase. "Warum schlägst du meine Schwester?", fragte Chalats Bruder seinen Schwager. "Weil sie nicht gehorsam ist. Es ist meine Pflicht, sie von der Sünde abzuhalten." Und Chalats Bruder: "Was Sünde ist, bestimmst du?" – Mit dem für Islamisten bezeichnenden Satz: "Allah bestimmt, was Sünde ist!" wird jede Diskussion abgewürgt. So einfach ist das! Nicht einmal die eigene Familie darf sie besuchen. Die Geburt ihrer beiden Töchter interessierte den Mann nicht, er würdigte die Neugeborenen keines Blickes. "Er war ein Mensch, der nicht ein einziges Gefühl zeigte", erklärt Chalat.
Dass ihr Schicksal kein Einzelfall ist, zeigt ein Gespräch unter Frauen. Chalat ist durch eine Näherinnen-Ausbildung in der Moschee (!) zum Magnet für Frauen geworden, die sich von ihr Kleider nähen lassen wollen. Dadurch wird ihre Wohnung immer mehr zum heimlichen Treffpunkt von Frauen, die zu Hause Ähnliches erleiden müssen. Es ist aufschlussreich, was sie über die Frauen in Deutschland schon alles gehört hatten und von einer Flucht nach Europa träumen.
Ich finde es sehr wichtig, dass dieses Buch auch von denen gelesen wird, die von einer moderaten Form des Islam träumen. Dass diese Religion 1400 Jahre nach ihrer Gründung immer noch solch brutale "Herrscher" hervorbringt und toleriert, macht mich traurig.
Das Buch ist authentisch, weil es nicht von einem Islamkritiker geschrieben wurde, sondern von einer Frau, die in diesem Milieu aufgewachsen ist. Im Irak hatte sie null Chancen, ihre Situation zu ändern. Erst als ihr Mann, ohne das Gespräch mit seiner Frau zu suchen, entscheidet, mit seiner Familie nach Deutschland zu fliehen, lernt sie eine völlig neue Welt kennen. Sie schürt keinen Hass gegen ihre frühere Religion, aber sie hat durch den Glauben an Jesus etwas viel Besseres gefunden, das ihr Leben in eine neue Richtung weist.

24.06.2019

Wenig reflektierte, aber erschreckend realistische Autobiographie über das Leben einer Frau im Irak.

In ihrer Autobiographie „Ich wähle die Freiheit“ beschreibt die Autorin Chalat Saeed mit Co-Autor Martin Redies ihr Leben als Frau im Irak.

Nach einer kurzen Einführung zu ihrem jetzigen Leben in Deutschland hat Chalat Saeed ihre Biographie zweigeteilt. Der erste Abschnitt beschreibt ihr Leben als Kind in einer kurdischen Familie, deren Vater schon verstorben ist. Als junges Kind noch relativ frei geht Chalat Saeed zur Schule. Ihr Verhältnis zu ihrem Vater ist sehr stark. Nach wie vor besucht sie regelmässig sein Grab und vertraut ihm ihre Erfahrungen an. Chalat erfährt sehr schnell die einengenden und diskriminierenden Vorschriften des Islam und bekommt die Folgen zu spüren. Mit 10 Jahren wird sie von ihrem Brüdern aus der Schule genommen, um mit 14 Jahren an einen deutlich älteren Mann verheiratet zu werden. Von ihrer Ehe und der Geburt ihrer Töchter handelt der zweite Abschnitt des Buches.

Die Autobiographie ist chronologisch aufgebaut und der Schreibstil der Autorin ist gut zu lesen. Der Text ist teilweise in einer leichten, sich wiederholenden Sprache geschrieben. Vermutlich spiegeln sich hier die Kenntnisse der Sprache wieder, ungewöhnlich, aber dafür vielleicht realistischer. Schwieriger wird es, dass die Hintergrundinformationen öfters fehlen, so dass Teile der Erzählung wie aus dem Zusammenhang gerissen wirken. Auch fehlen mir die Reflexion des Geschehenen und die Darstellung der eigenen Meinung zu dem Erlebten. Für mich persönlich entscheidend ist aber, dass der Weg zum christlichen Glauben so gut wie keine Erwähnung findet. In der Einleitung wird kurz beschrieben, dass die Autorin getauft wurde und zum Abschluss wird auf ein – meines Erachtens - noch nicht geschriebenes Buch der Tochter verwiesen. Dieser Aspekt stand für mich bei der Auswahl dieser Autobiographie im Vordergrund, denn es war der entscheidende Grund, wie sich diese Biographie von anderen unterscheidet. Doch leider erfährt man hierüber nichts.

Nichtsdestotrotz beschreibt dieses Buch das erschreckende und frauenfeindliche Leben einer Frau im Irak. Für den europäischen Leser immer noch unvorstellbar, ist das Buch ein Weckruf, ein Verständnis für die unter dem Islam leidenden Frauen und Mädchen zu entwickeln. Daher kann ich es auch weiter empfehlen.
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