Mitten aus dem Leben



Mitten aus dem Leben

Wenn ein Sturm deine Welt aus den Angeln hebt

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Beschreibung

Durch einen Autounfall verlor Arne Kopfermann seine 10-jährige Tochter Sara. Im Buch erzählt er seine Geschichte mit all ihren erschütternden, aber auch wundersamen Momenten. Sein Bericht geht unter die Haut, weil Arne Kopfermann es schafft, das auszudrücken, was so schwer in Worte zu fassen ist: Vom Ringen mit Gott, dem Aufgeben von falschen Glaubensvorstellungen. Vom Festhalten an der Liebe gegen alle Widerstände, aber auch von unverrückbarer, ewiger Hoffnung. Denn in den Ruinen des Lebens können wir die Schönheit des Glaubens entdecken.
  • Artikel-Nr. 817237
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  • ISBN/EAN: 9783957342379
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  • Erschienen/Erfasst: 30-08-2017
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  • Auflage: 1
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  • Format: 13,5 x 21,5 cm
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  • Seiten: 272
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  • Sprache: Deutsch
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  • Einband: Klappenbroschur
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  • Verlag:
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  • Versandgewicht: 404 g
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  • Abmessung: 135 x 215 x 23 mm

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Rezensionen

Anzahl der Bewertungen: 1 | Durchschnittliche Bewertung: 4

04.11.2017

Wenn einem das Liebste genommen wird

Dies ist ein sehr sensibles Buch. Noch nie konnte ich so tief ins Herz eines Trauernden blicken. Bei der Vorberei-tung einer Abdankung fliessen zwar auch Tränen. Aber ein so intimer Einblick ins Leiden eines direkt Betroffenen ist höchst selten. Kopfermann nimmt den Leser mitten hinein in seine tiefe Verzweiflung, in seine Schuldgefühle (er war Verursacher des Unfalls), in seine Zweifel an Gottes Fürsorge und in seine Unfähigkeit, die Trauer "allein" zu bewältigen. Er, der Profi in der christlichen Szene, nahm die Hilfe eines Therapeuten in Anspruch – und bezeichnete die Gespräche sogar als "lebensrettend".
Neu war für mich, dass das Sterben eines eigenen Kindes gravierende Auswirkungen auf die Ehe und Familie haben kann. "Ich riskierte, neben meiner Tochter auch noch meine ganze Familie zu verlieren", schreibt er. "80% aller Ehen, die den Verlust eines Kindes zu beklagen haben, zerbrechen daran."
An einigen Stellen empfand ich als unbeteiligter Leser Kopfermann als zu empfindlich. Dass er kurze Zeit nach dem dramatischen Tod seiner Tochter keine Lust hatte, mit einem unbekannten Leser von ideaSpektrum eine theologische Diskussion zu führen, ist verständlich. Dass er aber auch Freunde kritisiert, die beim Versuch, ihn zu trösten, nicht gerade die geschicktesten Formulierungen fanden, ist zwar menschlich verständlich, ich würde es aber nicht öffentlich tun. Seine Anteilnahme bekunden, ohne zu verletzen, ist immer ein heikles Unterfangen.
Interessant ist sein Vergleich mit einem "normalen" Verlust – vergleichbar mit einem Knochenbruch, der wieder verheilt und ohne negative Folgen bleibt – und dem schweren Verlust eines geliebten Kindes, den er mit einer Amputation vergleicht, die nie mehr "repariert" werden kann. Die "Behinderung" bleibt ein Leben lang, das ge-liebte Kind kommt nicht mehr zurück, das Wiedersehen muss auf die Ewigkeit vertagt werden.
An manchen Stellen habe ich mich gefragt, ob Kopfermann nicht ein Idealbild seiner verstorbenen Tochter be-wahren möchte. Er erlebte sie als pflegeleichtes Kind, noch nicht als Pubertierende. Und vor allem: Ist es nicht gegenüber seinem Sohn Tim gefährlich, der den Unfall fast unverletzt überstanden hatte? Es ist ihm zwar be-wusst, dass seine Frau Anja eine intensivere Beziehung zu ihrem Sohn aufgebaut hatte, während er, Arne, seiner Tochter ähnlicher war. Zum Schluss spricht er seinen Sohn persönlich an: "Ich möchte, dass du immer weisst, dass ich auch um dich so getrauert hätte – und so dankbar bin, dass es dich gibt! Du bist mein Sohn, den ich von Herzen liebe." Nicht viele Söhne erhalten von ihrem Vater eine so schöne Liebeserklärung!
Als Stilbruch empfinde ich die Kapitel 10 und 11 des Buches. Kopfermann wechselt plötzlich von der Rolle des tief getroffenen Autors zum Lehrer, der Ratschläge erteilt, wie man mit einem so schweren Verlust (nicht) umgehen sollte und was zur Bewältigung eines Traumas helfen kann. Er selber hat durch diesen Unfall neue Dimensionen von Gott kennenglernt und dadurch Einblicke in seine Seele erhalten, die ihn zwar schockierten, seinen eigenen Liedern aber eine neue Tiefe gaben.
Stark finde ich das Schlusskapitel. Der Autor hat seine geliebte Tochter verloren. Er weiss, dass er sie am Ziel wiedersehen wird. Dieses Wissen heilt aber nicht automatisch die Wunden, beantwortet noch nicht alle Fragen. Der Tod ist und bleibt ein brutales Ereignis. Es kann ihm aber der Stachel genommen werden, wenn wir die Hoffnung auf das ewige Leben inklusive das Wiedersehen mit den Liebsten immer wieder bewusst ins Auge fas-sen.
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