Ufer der Erinnerung



Ufer der Erinnerung


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Beschreibung

Chicago 1897:
Anna Nicholson sieht ihre Zukunft schon genau vor sich: Sie wird ihren wohlhabenden Verlobten heiraten und dadurch ihren Vater vor dem Bankrott retten. Doch die Vergangenheit lässt sie nicht los. Immer wieder muss sie an ihre Oma Geesje denken, die sie gerade erst kennengelernt hat, und an Derk, den angehenden jungen Pastor. Durch die beiden hatte sie eine gänzlich andere Perspektive auf das Leben gewonnen. Doch innerhalb des engen Korsetts der gehobenen Gesellschaft zu ihren neuen Überzeugungen zu stehen, erweist sich als äusserst schwierig. Ausserdem ist da noch die Tatsache, dass sie adoptiert wurde. Fieberhaft versucht Anna mehr über ihre leiblichen Eltern in Erfahrung zu bringen. Sie ahnt nicht, dass sie damit einen Skandal lostritt, der alles infrage stellen könnte.
  • Artikel-Nr. 332073
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  • ISBN/EAN: 9783963620737
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  • Erschienen/Erfasst: 07-06-2019
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  • Auflage: 1
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  • Seiten: 413
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  • Sprache: Deutsch
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  • Einband: gebunden
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  • Verlag: Francke
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  • Versandgewicht: 604 g
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  • Abmessung: 144 x 220 x 40 mm

Leseprobe

 

Rezensionen

Anzahl der Bewertungen: 2 | Durchschnittliche Bewertung: 5

17.10.2019

Spannend von A bis Z

Das Buch ist eine Fortsetzung des bekannten Romans "Töchter der Küste", in dem die Verfasserin den Aufbau der Siedlung "Holland" in der Nähe des Lake Michigan schildert. Bei Geesje und Anna, den beiden Hauptpersonen des ersten Buches, blieben noch so viele Fragen unbeantwortet, dass man richtig gespannt in die Lektüre des zweiten Buches eintaucht.
Anna weiss inzwischen, dass sie adoptiert wurde. Sie weiss auch, wer ihre Mutter war: Christina, die Tochter von Geesje. Diese hat vor Jahren die Enge der niederländischen Kolonie nicht mehr ertragen, ist mit einem jungen Mann durchgebrannt und seither spurlos verschwunden. Beim Versuch einer Rückkehr in ihr Elternhaus, zusammen mit ihrer dreijährigen Tochter, kommt Christina bei einem Schiffsunglück ums Leben. Anna wird gerettet. Reiche Eltern adoptieren sie. Dadurch gehört sie zur Oberschicht von Chicago. In Kürze soll sie einen reichen Mann heiraten, den sie eigentlich gar nicht liebt und der zudem ihre religiöse Einstellung absurd findet. Sie weiss, wer ihre Mutter war, aber wer/wo ist ihr Vater? Der Mann, mit dem ihre Mutter durchgebrannt war, kann es nicht gewesen sein, denn Anna wurde erst später geboren. Eine dramatische Suche beginnt, die schlussendlich bei einem bekannten Advokaten endet. Der Skandal in der High Society von Chicago ist vorprogrammiert.
Spannend ist Annas Fragen nach dem Willen Gottes. Zuerst ist es nur eine Ahnung, dass es einen Gott gibt, der sich um sie kümmert und ganz andere Pläne hat als sie. Aber alle Versuche, diesen Gott ernster zu nehmen als die vornehme Oberschicht von Chicago, scheitern. Sie hätte sich gern für die verarmte Bevölkerung der Stadt eingesetzt, aber "so etwas macht man bei uns einfach nicht". Die Spannung steigt, als Annas Hochzeit immer näher kommt. Und im Hintergrund wartet Derk, ein Mann aus ihrer niederländischen Verwandtschaft, der sie liebt und alles daran setzt, sie für sich zu gewinnen.
Eine dramatische Wende nimmt die Geschichte, als eine schwere Krankheit Anna an den Rand des Todes bringt. Sie überlebt schliesslich, bleibt aber für ihr Leben gezeichnet. Der behandelnde Arzt eröffnet ihr, dass sie wegen ihrer geschwächten Gesundheit nie in der Lage sein wird, Mutter zu werden. Das ergibt im Blick auf ihre vornehme Hochzeit eine völlig neue Ausgangslage.
Lynn Austin hat die Gabe, den Charakter der einzelnen Personen mit einem feinen Stift nachzuzeichnen. Auch gelingt es ihr, die Spannung über eine längere Zeit aufrecht zu erhalten, bis sich plötzlich eine überraschende Lösung abzeichnet, mit der niemand mehr gerechnet hatte. Für Christen interessant wird es dort, wo die selbstverständliche Frömmigkeit der niederländischen Einwanderer auf das orthodoxe Christentum der Aristokratie von Chicago prallt. Auf beiden Seiten völliges Unverständnis. Der Leser wird indirekt herausgefordert, seine eigenen Position zu reflektieren.
Alles in allem eine gelungene Fortsetzung von "Töchter der Küste". Man fragt sich unwillkürlich, woher Lynn Austin ihre Fachkenntnis hat. Stammt sie selber aus einer der geschilderten Familien. Oder ist die ganze Handlung ihrer eigenen Phantasie entsprungen – was bei einem Roman ja durchaus erlaubt wäre. Auf jeden Fall hat sie mir mit diesen beiden Büchern spannende Stunden beschert, die ich nicht missen möchte.

23.07.2019

Wohlverdiente 5 Sterne

Waves of Mercy, Band 2: Chicago, 1897. Anna steht vor der Hochzeit mit William, dem einzigen Sohn einer einflussreichen Chicagoer Familie. Sie langweilt sich, denn sie will mehr vom Leben, als nur Dinnerpartys und Teegesellschaften zu geben. Ihr Verlobter verbietet ihr, sich sozial zu engagieren oder öffentlich über den Glauben zu sprechen. Sie muss immer wieder an Oma Geesje denken, die sie erst vor Kurzem kennengelernt hat – und an Derk, den zukünftigen Pastor. Anna, die als Kleinkind adoptiert wurde, versucht, mehr über ihre leiblichen Eltern zu erfahren und löst unerwarteterweise eine Lawine aus…

Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir sehr gut – ich mag stimmungsvolle Fotografien in Verbindung mit Wasser. Die Frau, die auf dem Felsen sitzt, ist mir erst beim näheren Betrachten aufgefallen.

Das Buch spielt hauptsächlich 1897 in Chicago sowie Holland, Michigan, USA, und in Rückblenden 1871/72 (USA) sowie 1893 (Niederlande). Dies ist der Folgeband zu „Töchter der Küste“, den ich erst vor ein paar Tagen gelesen habe. Das vorliegende Buch kann sicherlich ohne Kenntnisse des Vorgängerbandes gelesen werden, aber für mehr Lesegenuss empfehle trotzdem, die Reihenfolge einzuhalten.
Annas Heirat steht bevor, aber sie interessiert sich nicht für die Hochzeitsvorbereitungen – im Grund der Dinge will sie William gar nicht heiraten. Sie will mit dieser Verbindung die finanziellen Schwierigkeiten ihres Vaters beseitigen und sich dafür opfern. Seit sie ihre Oma Geesje kennengelernt hat, fällt ihr auf, wie langweilig und wenig sinnvoll ihr Tagesablauf ist. Wenn Anna in Holland ist, kann sie sein, wie sie wirklich ist, aber in Chicago erdrücken sie die gesellschaftlichen Verpflichtungen. William interessiert sich nicht wirklich für ihre Belange – sie muss lernen, ihre Bedürfnisse zu äussern und dafür einzustehen. Die Recherchen über ihre leiblichen Eltern bzw. ihren Vater bringen grosse Unruhe mit sich.
Geesje kriegt einen Hausgast: Cornelia, die 17-jährige Enkelin von Dominee den Herder, die aus den Niederlanden kommen. Der Dominee, der im Nachbarhaus bei Derk und seinem Vater Unterschlupf findet, wirkt wütend und unnahbar, aber vielleicht versteckt er seine Sorge um die Enkelin hinter dieser Wand aus Wut… Was haben die beiden erlebt? Wieso haben sie so ein schlechtes Verhältnis? Geesje hat ihre Freundinnen gebeten, mit ihr für Cornelia und ihren Grossvater zu beten. Schön fand ich, dass es ihr sofort leichter ums Herz wurde, da sie die Last mit den anderen teilen konnte. Die Wortgefechte mit dem Dominee über die Auslegung der Bibel haben mir gut gefallen.
Derk hat mir – wie bereits in Band 1 – sehr gut gefallen. Ein junger Mann mit Charakter, der zu seinen Überzeugungen steht.

Fazit: Beeindruckend, dramatisch, ergreifend – ein wunderbares Buch über den Glauben, Erwartungen und Entscheidungen, das man mit leisem Seufzer nach der letzten Seite zuklappt. Wohlverdiente 5 Sterne.
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