Die Nacht der Versprengten



Die Nacht der Versprengten

Die wahre Geschichte einer Christnacht im Krieg

CHF 20.80 *


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Beschreibung

Heiligabend 1944. Es klopft an einer Berghütte. Draussen stehen drei halberfrorene amerikanische Soldaten. Kurze Zeit später klopft es erneut. Diesmal sind es vier deutsche Soldaten, durchgefroren und bis an die Zähne bewaffnet. Was nun passiert, ist dramatisch und bewegend zugleich.
  • Artikel-Nr. 204059
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  • ISBN/EAN: 9783038480594
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  • Erschienen/Erfasst: 01-09-2015
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  • Auflage: 2.
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  • Format: 13,5 x 21 cm
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  • Seiten: 160
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  • Thema: Weihnachten, Advent
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  • Einband: Leinen
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  • Verlag: Fontis - Brunnen Basel
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  • Versandgewicht: 331 g
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  • Abmessung: 138 x 212 x 18 mm

Leseprobe

 

Rezensionen

Anzahl der Bewertungen: 1 | Durchschnittliche Bewertung: 5

09.11.2018

Heiliger Abend im Krieg

"Was uns noch bleibt bei all den Grenzen unseres Wollens und Handelns, die der Krieg uns auferlegt, ist unsere Freundschaft, ist unsere Hilfsbereitschaft. Christliche Barmherzigkeit soll nicht einfach ein Wort sein, sondern eine Tat. Auch wenn dieser kleine Umstand weder den Krieg beenden noch die Welt retten wird, kann er unseren Abend verändern, so dass wir alle ein Stück Ruhe und Frieden bekommen.“

Westwall, 24. Dezember 1944: Die Bäckersfrau Elisabeth Vincken, die mit ihrem Sohn Fritz, Zuflucht vor den Bomben, die ihre Heimatstadt Aachen bedrohen, in einer kleinen Hütte im Hürtgenwald gesucht hat, wartet auf ihren Mann. Er arbeitet für die Wehrmacht an der Front und hat versprochen, zu Weihnachten nach Hause zu kommen. Doch statt seiner stehen plötzlich drei amerikanische Soldaten vor ihrer Hütte – verletzt, verfroren und am Ende ihrer Kräfte. Frau Vincken bittet sie trotz aller Vorbehalte herein, bereit zu helfen und ihr weniges Essen mit den Soldaten zu teilen – verbotenerweise. Kurze Zeit später klopft es wieder. Dieses mal stehen vier deutsche Soldaten vor der Tür...

„Die Nacht der Versprengten“ beruht zum grössten Teil auf einer wahren Begebenheit, die Fritz Vincken als 12 Jähriger selbst erlebte. Seine Geschichte wurde sogar in den USA verfilmt. Iris Muhl hat die bewegende Geschichte jetzt in Romanform neu erzählt.

Sie bedient sich dabei einer einfachen, schnörkellosen und relativ emotionslosen Sprache und schafft dabei eine berührende Geschichte, die unter die Haut geht. Durch die Konzentration auf den Kern der Geschichte und die kurze Handlungsdauer von nur einer Nacht, wird der Leser nicht durch Nebensächlichkeiten abgelenkt, und trotzdem, oder gerade deswegen, werden Emotionen geweckt, die noch lange nachhallen.

„Heute ist Heiligabend, und hier wird nicht geschossen.“

Das liegt natürlich in erster Linie an der herausragenden Charakterisierung der Figuren. Elisabeth Vincken war eine sehr starke Frau, die sich beherzt für das einsetzt, was sie für richtig hält. Durch Geschehnisse ihrer Vergangenheit geprägt, zermürbt von Sorgen, die der Krieg mit sich brachte, bewahrte sie ihre Menschlichkeit. Auch wenn sie an der Situation mehrmals innerlich zu zerbrechen drohte, findet sie die Kraft, so manche heikle Situation zu überstehen.
Ihrem Sohn Fritz geht es da schon anders. Durch Kriegspropaganda geprägt, zerrissen zwischen kindlicher Angst und beginnender Adoleszenz, kann er die Handlungen seiner Mutter, die wahre Nächstenliebe beweist, nicht verstehen. Erst durch den deutschen Soldaten Josef Krämer, Medizinstudent aus Heidelberg, taut er langsam auf.

„ Sie machten nicht den Eindruck von Helden. Im Gegenteil. Ihre Kampfuniformen bildeten einen klaren Gegensatz zu ihren verzagten Mienen. Hätte in diesem Augenblick jemand das Ende des Krieges auszurufen gewagt – keiner von ihnen hätte auch nur eine Sekunde gezögert, sich nach Hause aufzumachen.“

Auch die Soldaten sind von der Situation hin-und hergerissen. Sollen sie ihrer Pflicht folgen, oder eine geborgene Nacht in der Wärme, ein gutes Essen und die Sicherheit der Hütte geniessen? Beim Essen gibt jeder etwas von sich Preis und alle erkennen, wie ähnlich sie sich eigentlich sind. Man besorgt einen Weihnachtsbaum und singt gemeinsam „Stille Nacht, heilige Nacht“, doch reicht das, sämtliche Vorbehalte zu begraben?

Die Geschichte wird durch die unsichere Stimmung, was wohl als nächstes passiert, getragen. Immer wieder gibt es dramatische Momente, die dem Leser den Atem stocken lassen. Die recht kurzen Kapitel sorgen dafür, dass man immer weiter liest. Auch kleine Geheimnisse werden geschickt mit eingewoben, was auch für ein bisschen Spannung sorgt.

Das Buch hat definitiv das Potenzial, ein zeitloser Klassiker zu werden. Es passt gut in die Weihnachtszeit, kann aber auch das ganze Jahr über gelesen werden. Die Thematik ist leider auch heute noch aktuell und ich wünsche jedem Menschen auf der Welt, dass er irgendwann auch Elisabeths Worte sagen kann:

„Dieses Weihnachtsfest war das Schönste, das ich bisher erlebt habe.“
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